Intramolekulare Wasserstoffbrücken in Hydroxysäuren.

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Sowohl omega-Hydroxysäuren als auch omega-Aminosäuren bilden intramolekulare Wasserstoffbrücken, in denen die carboxylische OH-Gruppe Elektronenakzeptor ist. Diese O···H-O bzw. N···H-O Brücken sind deutlich stärker als alle anderen intramolekularen Wechselwirkungen in diesen Verbindungen. Der direkte Vergleich, der unten an Hand von zwei üblichen Kriterien für die Stärke von Wasserstoffbrückenbindungen angestellt wird, zeigt, dass diese Bindung in den omega-Aminosäuren stärker ist als in den omega-Hydroxysäuren, obwohl sie in letzteren kürzer ist. Die Ursache dafür ist die höhere Kernladungszahl des Sauerstoffes, die die Elektronen fester bindet, zugleich aber auch den elektrostatischen Anteil dieser Wechselwirkung vergrößert. Hinsichtlich der Stabilisierungsenergie halten sich stärkere Wasserstoffbrücke und geringere elektrostatische Wechselwirkung einerseits und schwächere Wasserstoffbrücke und stärkere elektrostatische Wechselwirkung andrerseits in etwa die Waage. Bis zum siebengliedrigen Ring, der in der C4-Verbindung ausgebildet wird, verlaufen die charakteristischen Daten der Wasserstoffbrücken in etwa parallel; im achtgliedrigen Ring der delta-Hydroxy- bzw. delta-Aminopentansäure geben die üblichen Kriterien kein einheitliches Bild mehr.


(OH-Laengen) (Wasserstoffbrueckenlaengen)

Bindungslängen der sauren OH-Gruppe in N···H-O bzw. O···H-O brückengebundenen omega-Amino- und omega-Hydroxysäuren (links bzw. oben) und Länge der Wasserstoffbrücke (rechts bzw. unten) als Funktion der Ringgröße. Die Werte sind in Ångström angegeben; blau kennzeichnet Aminosäuren, rot Hydroxysäuren. Die Verbindungslinien kennzeichnen die Werte für die jeweiligen Konformere niedrigster Energie.


Dieses annähernd parallele Verhalten der O···H-O und N···H-O Wasserstoffbrücken ist auch bei den Geometrien gegeben, wie an den unten gezeigten Paaren der jeweils stabilsten Konformere von Hydroxyessigsäure / Glycin, beta-Hydroxypropionsäure / beta-Alanin und GHB / GABA schön zu sehen ist.

(Strukturen)

Während die N···H-O-Wasserstoffbrückenbindung in den omega-Aminosäuren stärker ist als ihr O···H-O Gegenstück in den omega-Hydroxysäuren, ist es bei den anderen intramolekularen Wasserstoffbrücken umgekehrt. In GABA gibt es z.B. nur ein einziges symmetrie-eindeutiges Konformer mit einer N-H···O=C-Brücke, wohingegen die Potenzialfläche von GHB sechs Konformere mit einer O-H···O=C-Wasserstoffbrücke aufweist, die unter diesem Absatz rund um das GABA-Konformer abgebildet sind. Außerdem bildet GHB vier symmetrie-eindeutige Konformere mit einer O-H···(CO)O-H-Wasserstoffbrücke, für die es keine GABA-Analogen gibt.

(Strukturen)


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